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Eigene Comics und Geschichten zeichnen

Welches Material brauche ich?

  • Bleistift
  • DIN A4-Papier
  • Lineal
  • Spitzer
  • Radiergummi
  • Fineliner, schwarzer Filzstift
  • Buntstifte, Filzstifte
eigener Comic (1)
Eine Seite mit leeren Panels, die zusammengesetzt als Strips eine Geschichte erzählen werden

Vorweg möchte ich sagen, dass ich die Idee mit dem Comic-Zeichnen nur aus der Sicht eines Amateurs darstellen kann und keinen Workshop hierzu belegt habe. Die Art einen Comic aufzubauen und die verwendeten Begriffe sind dementsprechend nicht unbedingt deckungsgleich mit der Vorgehensweise oder den Bezeichnungen, die Branchen-üblich sind. Ich hoffe dennoch, dass Ihnen und den Kindern das Zeichnen einer eigenen Geschichte bzw. eines eigenen Comics anhand meiner Anleitung Spaß macht.

Die Kreativ-Idee ein eigenes Comic zu zeichnen ist für etwas ältere Kinder gut geeignet, da sie komplexer als andere Anregungen sind. Trotzdem können Sie auch mit kleinen Kindern diese Idee aufgreifen: Bildergeschichten kennt jedes Kind und eine reiche Erzähl-Phantasie haben ebenfalls viele Kinder. Wenn Sie die Kinder fragen, ob sie mit Ihnen gemeinsam eine eigens ausgedachte, kurze Geschichte malen möchten, kann das durchaus auf Interesse stoßen.
Bezüglich der Vorgehensweise können Sie entweder direkt mit Schritt 1 beginnen, oder mit den Kindern erst einmal die wichtigsten Figuren und Erzählmomente stichwortartig festhalten und dementsprechend den Comic aufbauen.

Aufmerksam möchte ich auch besonders auf die Anregung am Ende dieser Seite für „Kleine Profis und Fortgeschrittene“ machen. Vielleicht ist es nicht nur etwas für fortgeschrittene Kreative, sondern kann auch zu einem Familienprojekt zu dieser Zeit werden.

Schritt 1
Zu Beginn wird das DIN A4-Papier mit leichten Bleistiftlinien in Abschnitte unterteilt. Dies dient dazu, die einzelnen Comic-Panels auf gleicher Linie zeichnen zu können. Je größer die Abstände zwischen den „Zeilen“, desto größer werden die einzelnen Panels und weniger Einzelbilder passen auf eine Seite (s. Foto zu Schritt 1+2).

Zeichnen Sie zunächst mit Bleistift Rechtecke/Quadrate, wie Ihnen die Aufteilung in den Sinn kommt. Sind Sie und die Kinder sich relativ sicher, das die Aufteilung zu der überlegten Idee/Geschichte passt, werden die Panels mit schwarzen Filzstift umranden und die Hilfslinien wegradiert.
Denken Sie daran, dass es ein etwas größeres Startbild und Panel zum Ende braucht, als einen Anfang und ein Ende Ihrer Geschichte.

zu Schritt 1 und Schritt 2

Schritt 2
Nun wird die Geschichte in die einzelnen Panel eingezeichnet bzw. vorskizziert mit Bleistift. Überlegen Sie zusammen, welche Bilder es braucht, um die Geschichte zu erzählen und anderen zugänglich zu machen, wenn sie den Comic lesen.
Anhand der einzelnen Bilder können Sie überlegen, was wo hinein skizziert gehört. Am besten dabei nicht zu fest mit dem Bleistift aufdrücken, dann lassen sich mit dem Radiergummi leichter Korrekturen vornehmen.
(In meinem Beispiel-Comic sind keine Sprechblasen oder sprachliche Erzähl-Kästen. Das fiel mir erst später auf, deshalb weise ich Sie gerne darauf hin, dass Sie und die Kinder auch schriftliche Erzählteile mit einarbeiten können.)

Das Start-Bild kann man sich gut für den Abschluss des Comic aufheben.

Schritt 3
Sind die Figuren und die für die Erzählung wichtigen Elemente (Ort, Zeit, Details) eingezeichnet, geht es an das Kolorieren und Konturen-Zeichnen. Das Kolorieren, also farbige Gestalten der Bilder kann mit Bunt-, Filzstiften oder auch anderen Materialien (Wasserfarben, Aquarellfarben) der Wahl erfolgen. Die Umrisse/Konturen der Figuren werden mit schwarzem Fineliner/Filzstift umfahren. So erhält man das typische Merkmal der Konturen.

Der Comic wird langsam farbig.

Schritt 4 und Abschluss
Wenn alle Teile des Comics, die farbig werden sollten, koloriert wurden wird noch einmal über den Comic drüber geschaut und gelesen. Ist soweit alles stimmig, geht es an den Abschluss.

Sollte noch kein Titel für die Comic-Geschichte gefunden sein, ist jetzt der richtige Zeitpunkt sich einen zu überlegen. Nun wird auch das erste Bild, das Start-Panel gestaltet. Darin enthalten ist der Titel und vllt. ein markantes Symbolelement aus der dann folgenden Geschichte.

Zum Abschluss und der Vervollständigung finde ich es wichtig, dass der Name des Comic-Zeichners, und die an der Geschichte mitschreibenden Personen genannt werden – ganz so wie man es aus den unzähligen Comics kennt. Ich habe dafür ein eigenes Panel an das Ende gelegt, und das Datum und den Kontextrahmen mit hinzugefügt. So hat man für Leser den Comic-Zeichner verewigt und eine Erinnerungshilfe für die Zukunft.
Auch schön ist, wenn die jeweiligen Kinder eine „Künstlerunterschrift“ unter ihr Werk setzen können und dafür Platz ist.

eigener Comic (7)2
Der fertige selfmade Comic "Das Wölkchen"

Kleine Profis und Fortgeschrittene
Sollte die Anregung, einen eigenen Comic zu malen, nicht anspruchsvoll genug sein, habe ich folgend noch zwei Ideen für kleine Profis und Fortgeschrittene. Diese lassen sich auch gut über mehrere Tage hinweg verteilen.

  • Malt einen Comic über mehrere DIN A4-Seiten hinweg und baut eine komplexere Handlung mit Spannungsbogen in den Comic ein.
  • Comics sind oft auch Teil einer Zeitung – wie wäre es, wenn ihr eine ganze Zeitung für die Familie „herausgebt“? Darin enthalten: euer Comic und dazu noch eigene Zeitungsberichte. Berichtet in eurer Zeitung, was sich so in der Familie oder in der Nachbarschaft tut. Was bewegt euch in dieser Zeit: Schreibt eure Gedanken und Beobachtungen auf. Interviewt eure Eltern oder Geschwister zu interessanten oder lustigen Themen und bringt diese Geschichten auf Papier. Aus mehreren DIN A3-Seiten, in der Mitte gefalten und aneinander geklammert, entsteht so schnell eine eigene Zeitungsausgabe, die andere lesen können. Oder es ist nur für euch. : )
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